Wie wird das Gehalt berechnet: Netto zu Brutto
Die Umrechnung eines Nettogehalts (des Betrags, den der Arbeitnehmer auf sein Konto erhält) zurück in ein Bruttogehalt („Brutto 1“) ist ein komplexerer Prozess. Da Steuern und Beiträge auf den Bruttobetrag berechnet werden, erfordert die Berechnung von Netto zu Brutto die Lösung einer umgekehrten mathematischen Operation.
Warum ist die umgekehrte Berechnung komplexer?
Bei der Berechnung von Brutto zu Netto werden die Schritte und Prozentsätze linear angewendet. Bei Start vom Nettobetrag jedoch:
- Kennen wir die Steuerbemessungsgrundlage nicht im Voraus, da die Steuer vom gesuchten Bruttobetrag abhängt.
- Der Freibetrag (steuerfreier Teil) erschwert die Formel weiter, besonders wenn der Nettobetrag verschiedene Steuerstufen „überspringt“.
- Lokale Sätze oder Zusatzsteuern hängen von der noch zu bestimmenden Bemessungsgrundlage ab.
Prinzip der Umkehrberechnung
Algebraischer Ansatz (Formel)
Die Berechnung wird meist gelöst, indem eine Gleichung aufgestellt wird, bei der „Brutto“ die Unbekannte (X) ist. Computerprogramme (Rechner) stellen eine Gleichung auf Basis des bekannten Nettobetrags, der Freibetragsfaktoren und des Standorts auf und „extrahieren“ durch algebraische Umformungen X (Bruttobetrag).
Dieser Ansatz erfordert, dass das Programm vorab prüft, in welche Steuerstufe der gewünschte Bruttobetrag basierend auf dem geschätzten Nettobetrag fällt.
Iterativer Ansatz („Raten“)
Viele Computersysteme vereinfachen dieses Problem durch den sogenannten iterativen Ansatz oder eine Brute-Force-Methode zur Annäherung.
- Es wird ein „Brutto“-Betrag angenommen (z. B. Netto geteilt durch 0,7).
- Aus diesem angenommenen Bruttobetrag wird das „Netto“ berechnet.
- Das resultierende Netto wird mit dem gewünschten Netto verglichen.
- Bei Abweichung wird Brutto leicht erhöht oder verringert.
- Das Verfahren wird in Millisekunden wiederholt, bis das berechnete Netto exakt dem gewünschten Netto entspricht.
Warum ist Brutto 2 (Gesamtkosten) wichtig?
Wenn Sie über ein Nettogehalt verhandeln, hat der Arbeitgeber stets das sogenannte Brutto 2 im Blick. Auch wenn Sie über das Geld verhandeln, das Sie erhalten, sind die tatsächlichen Kosten für die Firma für Ihre Position deutlich höher wegen der Beiträge auf das Gehalt, also zusätzlich zu Ihrem vereinbarten Brutto-1-Betrag.