Eine der wichtigsten Karriere-Fähigkeiten ist das Verhandeln über die eigene Vergütung. Viele Arbeitnehmer haben Angst zu verhandeln oder verstehen nicht genau, was sie „verkaufen“. Der Arbeitsmarkt funktioniert nach Angebot und Nachfrage: Ihre Qualifikation ist die „Ware“, der Arbeitgeber braucht genau diese.
Viele kommen mit der Idee „ich will 1.500 EUR netto“. Den Arbeitgeber interessiert Ihr Netto überhaupt nicht. Ihn interessiert, wie viel Sie ihn „kosten“ (Brutto 2). Ihr Netto hängt von Faktoren ab, die der Arbeitgeber nicht beeinflussen kann: Familienstand, unterhaltsberechtigte Angehörige, Wohnsitzgemeinde.
Ein Kollege mit zwei Kindern in einer Gemeinde mit niedrigen Steuern „kostet“ den Arbeitgeber genauso viel, bekommt aber 200 EUR mehr netto. Verhandeln Sie daher immer über die Bruttobasis.
"Ich will eine Gehaltserhöhung, weil ich lange hier bin, mich anstrenge und die Miete teurer geworden ist."
"Ich habe die Produktivität in meiner Abteilung um 15 % gesteigert, bearbeite X Kunden pro Tag über dem Durchschnitt – das bringt dem Unternehmen direkt Y ein. Daher halte ich eine Anpassung meines Gehalts in einen höheren Bruttobereich für gerechtfertigt."
Kommen Sie nie unvorbereitet. Prüfen Sie vor dem Gespräch offizielle Statistiken für Ihre Branche. Recherchieren Sie Plattformen und Foren. Ist das durchschnittliche Bruttogehalt für Ihr Level 2.400 EUR, haben Sie ein konkretes Argument für z.B. 2.600 EUR bei überdurchschnittlicher Leistung.
4. Rahmen setzen: Minimum, Ziel und Anker
Arbeitgeber sind oft durch Budgets gebunden. Wenn Sie beim Brutto an eine Wand stoßen, öffnen Sie „Option B“. Brutto ist nicht alles. Kann das Unternehmen Brutto +300 EUR nicht stemmen, könnte es z.B. eine steuerfreie monatliche Nebenkostenpauschale (100 EUR) anbieten oder Weiterbildungskosten übernehmen. Bleiben Sie flexibel.